Das Polnische Institut Wien zu Gast bei Freunden #3:

Johannes Meissl
Professor an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (mdw), Leiter der Internationalen Sommerakademie (isa)

Wie kam es zur Zusammenarbeit der Internationalen Sommerakademie mit dem Polnischen Institut Wien?

Es gab schon länger einen gewissen Kontakt, da polnische Studierende von mir, tw. auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer der isa regelmäßig mit dem Polnischen Institut zusammenarbeiteten. In der Vorbereitung für die isa10 ergab sich eine besondere Gelegenheit die Aktivitäten des Instituts zum Chopinjahr mit der isa zu verknüpfen. Polen war bei der 20. Ausgabe der isa das Schwerpunktland, neben Chopin hatten wir mit Krzysztof Penderecki einen der größten polnischen Komponisten zu Gast, polnische MusikerInnen waren prominent in den Konzertprogrammen vertreten und es gab Interpretationspreise für polnisches Repertoire.

Auch wenn sich die Kooperation nicht in der gleichen Intensität fortsetzen konnte, sind wir doch sehr eng verbunden geblieben und die jungen KünstlerInnen der isa freuen sich jedes Jahr über einen sehr schönen Sachpreis, der als Auszeichnung für die beste Interpretationsleistung einer polnischen Komposition vergeben wird.

Finden wir zeitgenössische Musik aus der Feder polnischer Komponistinnen und Komponisten im Repertoire der Teilnehmer der Internationalen Sommerakademie an der mdw?


Lutosławski und Penderecki gehören zum Stammrepertoire der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Vereinzelt tauchen auch andere, bei uns weniger bekannte Namen aus der jüngeren Zeit auf. Natürlich aber sind aus dem älteren Repertoire neben Chopin, Wieniawski und Szymanowski auch Bacewicz und Panufnik immer wieder vertreten.

Sie sind Direktor der isa, darüber hinaus sind Sie ein anerkannter Violinist, Dirigent und seit 1982 Teil des legendären Artis Quartett. Welche polnischen Komponisten hat das Quartett im Programm?

Das Quartett spielt hier leider nur Szymanowskis Nr. 2, Krzystof Meyers 3. Quartett und bald das 3. Quartett von Penderecki... Die Quartette von Lutosławski und Penderecki habe ich allerdings schon mehrmals mit jungen Quartetten (z.B. Apollon Musagete) erarbeitet.

Waren Sie jemals in Polen? Was war Ihre erste Begegnung mit Polen und polnischer Kultur?

In den letzten Jahren hatte ich mehrmals mit dem Artis Quartett sehr schöne Konzerterlebnisse in verschiedenen Städten, von Warszawa über Gdańsk bis Wrocław, um nur einige zu nennen. Mein erster Besuch davor war vor sieben Jahren ein rein touristischer: Ich war mit meiner Familie in Krakau, das mich völlig begeistert hat. Neben der alten Architektur, die ja in den berühmten Städten der Zerstörung sehr schön restauriert ist, gibt es beeindruckende neue architektonische Lösungen, hervorragende neue Konzertsäle und eine sehr schmackhafte Küche!
Den „Barszcz“, die Rote-Rüben-Suppe liebe ich über alles....

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